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Gedichte von Gottfried August Bürger ( 1747 bis 1794 )





Die Schatzgräber

"Hört, Kinder!" sprach ein kranker Mann,
Der durch den Weinbau viel gewann,
"In unserm Berge liegt ein Schatz;
Grabt nur danach." - "An welchem Platz?"
So fragten alle. "Sagt den Ort!" -
"Grabt, grabt!" Er starb bei diesem Wort.
Kaum war der Greis zur Gruft gebracht,
So ward gegraben Tag und Nacht;
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
Der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Klotz, der ruhig blieb,
Man warf die Erde gar durch's Sieb,
Zog Furchen in die Läng' und Quer'
Nach jedem Steinchen hin und her;
Allein es ward kein Schatz gespürt,
Und Jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
So nahm man mit Erstaunen wahr,
Daß jeder Weinstock dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug,
Und gruben nun Jahr ein, Jahr aus,
Des Schatzes immer mehr heraus.

von Gottfried August Bürger



Gottfried August Bürger










Die Gedichte dieser Textsammlung wurden von uns aus antiquarischen Büchern entnommen.

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