Impressum Counterservice

Autoren A - F : gedicht.htm  *  Autoren G - L : deutsche-gedichte.htm  *  Autoren M - R : deutsche-dichter.htm  *  Autoren S - Z : dichtung.htm

Gedichte von Max Dauthendey ( 1867 bis 1918 )





Die Lerchen schliefen schon im Feld

Die Sonne war wieder einmal am Ziel.
Wie ein Apfel, der golden ins Dunkel fiel,
So löste sie sich aus den Wolken los
Und sank den Hügeln in den Schoß.

Die Lerchen schliefen schon im Feld.
Wir gingen einsam durch die Welt
Mit Lippen und mit Wangen rot;
Die kannten weder Schlaf noch Tod.

Ein Vogel jählings schrie im Schlaf,
Sein Ruf uns beide schreckhaft traf,
Wie ein Gedank', der aufgewacht,
Einer, der Angst hat vor der Nacht.

Die Fledermaus, die kreuzte vorbei,
Und immer einsamer gingen wir zwei.
Der Wald und Acker schrumpften ein,
Und alles ward im Dunkel klein.

Wir fühlten plötzlich wunderbar,
Daß jeder Halm entschlummert war,
Und dachten beide darüber nach:
Warum bleibt stets die Sehnsucht wach.

von Max Dauthendey



Max Dauthendey










Die Gedichte dieser Textsammlung wurden von uns aus antiquarischen Büchern entnommen.

Autoren-Gedichte.de © 2005-2007, camo & pfeiffer

Lyrik (allgemein) Top1000

andere Gedichtsammlungen: Liebesgedichte, Weihnachtsgedichte

Textseite: Die Lerchen schliefen schon im Feld - Textsammlung klassischer Gedichte. Andere Dichter auf dieser Seite: Uhland, Goethe, Morgenstern, Schiller