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Gedichte von Max Dauthendey ( 1867 bis 1918 )





Im Tal geht die Straße der Dämmerung nach

Im Tal geht die Straße der Dämmerung nach,
Und Wolken und Bäume und Felder
Umfangen den Abend als stilles Gemach.
Der Mond steht hinter Laubwerk verhangen,
Wie ein golden Fenster, das aufgegangen;
Schräg oben an grünender Hügelwand
Steht das Fenster offen und leuchtet ins Land.
Das Gras sich sacht im Taue feuchtet,
Und durch das Dunkel, das laue,
Scheint ein Holunderbaum
Wie ein Geist ins Graue,
Als beschwört er ein Wunder.
Mit hellen Blüten gleißt er an des Weges Saum,
Am Weg, der in das Dunkel weist,
Ins Dunkel, wo mit dem Herz voll Rubinen
Die Liebste Dich speist.

von Max Dauthendey



Max Dauthendey










Die Gedichte dieser Textsammlung wurden von uns aus antiquarischen Büchern entnommen.

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