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Gedichte von Ferdinand Freiligrath ( 1810 bis 1876
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Die Tanne
Inmitten der Fregatte
Hebt sich der starke Mast
Mit Segel, Flagg' und Matte:
Ihn beugt der Jahre Last.
Der schaumbedeckten Welle
Klagt zürnend er sein Leid:
"Was hilft mir nun das helle,
Das weiße Segelkleid?
Was helfen mir die Fahnen,
Die schwanken Leiterstricke?
Ein starkes inn'res Mahnen
Zieht mich zum Forst zurücke.
In meinen jungen Jahren
Hat man mich umgehauen.
Das Meer sollt' ich befahren
Und fremde Länder schauen.
Ich hab' die See befahren:
Meekön'ge sah ich thronen;
Mit schwarzen und blonden Haaren
Sah ich die Nationen.
Isländisch Moos im Norden
Grüßt' ich auf Felsenspalten;
Mit Palmen auf südlichen Borden
Hab' Zwiesprach ich gehalten.
Doch nach dem Heimatberge
Zieht mich ein starker Zug,
Wo ich in's Reich der Zwerge
Die haarigen Wurzeln schlug.
O stilles Leben im Walde!
O grüne Einsamkeit!
O blumenreiche Halde!
Wie weit seid ihr, wie weit!"
von Ferdinand Freiligrath
Ferdinand Freiligrath
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