Der Letzte Flüsterton der Erde – Nachdenklich

Stil: Nachdenklich

Inmitten von Schatten, wo der Abend sich neigt,
Erzählt die Erde flüsternd von ihrem Sein,
Ein letzter Hauch, der leise sich verzeigt,
Ein sanftes Lied des Weltenwein.

Die Sonne, die jetzt müde sinkt,
Ein goldener Kelch in blasser Glut,
Der Himmel, der von Trauer trinkt,
Verhüllt die Welt mit sanfter Flut.

Die Wälder, einst von Vögeln belebt,
In stummen Zeugen sich verwandelt,
Blätter, die der Wind sanft hebt,
In welkendem Tanz vereint und gehandelt.

Die Meere, einst von Gischt umspült,
Nun ein Spiegel ohne Bewegung,
Ein stilles Tuch, das nichts mehr fühlt,
Erloschen in der tiefen Regung.

Der Regen weint in zartem Fall,
Ein Klagelied aus grauen Höhen,
Er küsst den Boden überall,
Wo einst Leben sich gesät.

Die Städte, die von Menschenhand
Gehoben aus der Erde Schoß,
Steh’n einsam nun am Zeitenrand,
Ein Berg aus Stahl, einsam und groß.

Die Stimmen schweigen, die einst erklangen,
In Straßen und auf Plätzen hell,
Die Wände hallen voll Verlangen,
Nach einem letzten Abschiedsgesell.

Die Sterne funkeln, schwach und fern,
Als wollten sie der Erde lauschen,
Ein letztes Mal, bevor im Kern
Des Weltalls sich die Lichter tauschen.

Und in die Stille flüstert sacht
Ein Hauch von Hoffnung, leis und rein,
Dass aus der Asche einer Nacht
Ein neuer Morgen wird gedeihn.

So endet sie, die Erdenzeit,
In sanftem Flüstern, groß und klein,
Doch in der kosmischen Unendlichkeit
Bleibt sie ein Teil vom ew’gen Sein.

★★★★★