Der Wald der Stille – Düster

Stil: Düster

Im tiefen Schoß der alten Erde,
Da ruht ein Wald, in dem kein Laut sich regt,
Ein Reich der Stille, wo die Winde sanft verweilen,
Und Zeit, wie stiller Nebel, über Moos und Blatt sich legt.

Die hohen Tannen, wie stumme Wächter,
Erhaben, stolz und voller Pracht,
In ihrem Schatten flüstert nur die Seele leis‘,
Geborgen in der Traumes Nacht.

Ein Teppich aus den weichen Nadeln,
Bedeckt den Grund, der endlos scheint,
Wo Licht in gold’nen Strahlen tanzt,
Und selbst der ferne Himmel weint.

Hier webt die Einsamkeit aus Dämmerung und Licht,
Ein Tuch aus Schweigen, sanft und klar.
Die Luft, so rein, wie unberührte Schwingen,
Umhüllt der Bäume stille Schar.

Und zwischen Flechten, zwischen Farn und Stein,
Da schlägt das Herz der alten Erde sanft,
Ein Urlaut, kaum vernehmbar, doch so tief,
Dass selbst das ferne Meer in Ehrfurcht schwankt.

Die Eulen singen ihr geheimnisvolles Lied,
Doch stumm für jene, die voll Lärm,
Die Schönheit suchen, doch sie nicht verstehen,
Denn hier spricht nur der, der schweigen kann und lern‘.

Im Wald der Stille, in diesem grünen Meer,
Da funkt der Geist der Ewigkeit so klar.
Ein heil’ger Ort, ein Tempel ohne Mauern,
Wo unser Sehnen endlich findet, was nicht mehr war.

So tritt heran, du Ruhesuchender,
Vergiss die Welt, die klagend ruft,
Lass dich umfangen von der stillen Weisheit,
Die hier in heil’gem Schweigen ruht.

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