Stil: Düster
In tiefen Wäldern flüstert leise
Ein Faden Silber, weiß und rein,
Durchs Dickicht zieht er seine Kreise,
Ein Wasserfall, aus Seel‘ und Stein.
Ein Quell entspringt aus Herzensgründen,
Wo Träume ihren Ursprung finden,
Wo Gedanken wie Wellen tanzen,
Im Reich der stillen Seelenpflanzen.
Des Wassers sanftes Raunen spricht
Von alten Zeiten, fern und nah,
Es singt ein Lied mit weicher Gischt,
Vom Leben und dem, was noch war.
Ein Strudel aus verlornen Tagen
Zieht seine Kreise, tief und weit,
Im Sturz der Fluten hört man Klagen,
Die Stimme der Unendlichkeit.
Gehüllt in sanfte Nebelschleier,
Verweht der Klang in sanfter Ruh,
Ein Tanz, der nie des Lebens Feier
Vergessen macht, der Sturz der Fluh.
Im Herzen pocht ein steter Regen,
Ein prasselnd Lied aus Trauer, Lust,
Verborgene Ströme, die sich legen,
Wo kühler Wind die Seele küsst.
Die Tropfen, klar wie Träum‘ in Nächten,
Die Hoffnung bringt und Zaubermacht,
Sie fangen Licht in ihren Schächten,
Bis neuer Tag die Seele entfacht.
Ein Strom aus Wünschen führt hinunter,
Mit jedem Fall ein neuer Traum,
Doch stets bleibt er, der Klang, der bunter,
Den Regenbogen malt im Raum.
O Seele, Fluss von Lust und Weinen,
Lass deine Fluten ewig zieh’n,
In deinem Fall will ich verweilen,
Den Wasserfall der Seele spür’n.
So fließt er fort, in stillen Bogen,
Ein Meer aus Träumen, Licht und Nacht,
Ein Wasserfall, der ungezogen,
Im Land der Seele Heimat macht.