Stil: Melancholisch
In einem Fluss aus stillen Stunden,
wo die Welt sich leis verändert,
wandern Schatten, die uns umrunden,
und die Zeit, die sich entfremdet.
Schau, der Morgen neigt sich nieder,
wie ein müder Sänger sacht,
dichtet seine alten Lieder,
in der Stimme sanfte Macht.
Die Sonne klettert hoch empor,
erhellt das Antlitz neuer Tage,
in der Ferne klingt ein Chor,
der das Herz zur Ruhe trage.
Ein Baum, der seine Blätter wechselt,
gleich dem Lauf der Jahreszeit,
zeigt, dass nichts auf Erden festsitzt,
in der Flut der Zeitlichkeit.
Die Wolken ziehen schweigend weiter,
wie Gedanken, die sich heben,
sie sind Zeugen, stille Begleiter,
in dem Strom, der ewig leben.
Ein Herbstblatt fällt, vom Wind getragen,
vergängliche Poesie im Raum,
ein Tanz, der nichts zu fragen wagt,
im Schweben zwischen Zeit und Traum.
Die Uhren tragen ihre Last,
wie Zeiger, die die Welt durchmessen,
doch in ihrem steten Hast
verbirgt sich die Kunst des Vergessens.
Ein Herzschlag hebt sich, sinkt hinein,
ins Meer der Augenblicke,
wo das Gestern und das Sein
sich berühren im Geschicke.
Zeit, du ungreifbares Wesen,
säumst die Wege, die uns führen,
bist das Band, an das verwoben
Leben, Hoffnung, und Verlieren.
Die Sterne leuchten aus der Ferne,
lichtes Stück der Ewigkeit,
und während sie die Nacht entfernen,
sehen wir die Welt erneut.
Die Flügel der Zeit, sie sind endlos,
und doch so flüchtig wie ein Traum,
sie heben uns empor, ruhelos,
mit einem stillen Raum.
So wandern wir, von ihr begleitet,
durch die Täler, über Höhen,
wo das Leben uns beständig leitet,
und wir das Sein verstehen.