Die Hochzeit der Erinnerung – Leicht

Stil: Leicht

In des Geistes Hallen, sanft und weit,
Wo Zeit als träge Flüsse fließt,
Webt die Erinnerung ihr Kleid,
Das aus verlornen Träumen sprießt.

Ein goldner Schleier, licht und rein,
Umhüllt das Zwiegespräch der Seelen,
Wo längst vergangne Stunden sein
Mit stillem Zauber uns erzählen.

Die Schatten tanzen, leicht entfacht,
Im Flammentanz der Nostalgie,
Und lärmen in der Stille Nacht,
Bis selbst der Mond im Glanze schrie.

Hier ist der Ort, wo Herzen singen,
Wo Freude ruft, in sanftem Klang,
Gefühle wiegen sich und schwingen
Zu einer alten Liebe Drang.

In diesen Hallen, feiernd leise,
Zwei Geister durch die Zeiten wandeln,
In innigen, unsterblichen Kreise
Beginnt der Tod der Angst zu handeln.

Verblasst die Welt in ihrem Spiel,
Geboren neu aus alter Glut,
Wie Federstrich auf Seide, schmal und kühl,
Sich Ewigkeit in Augen ruht.

Im Brautkleid der Erinnerung verborgen
Ist Liebe – zart, doch felsenfest,
Ihr Kuss verstummt von keinem Morgen,
Der sie verbannt in andrer Nest.

Ein Zug von Blumen aus dem Schatten,
Ein Lied aus längst vergessner Zeit,
Umarmt von Tagen, die wir hatten,
Führt uns zur Hochzeit, ewig breit.

Im Chor der Stunden klingen Lieder,
Die unsrer Seelen Bund verkünden,
Die süß, als ob wir Kinder wieder,
Im Arm den Frieden sanft ergründen.

Hier endet keine Nacht im Grauen,
Hier wächst kein Schmerz zu lautem Schrei’n,
Denn hier, wo wir einander trauen,
Sind wir im Sein, im Einssein, frei.

So lass die Gläser, golden klingen,
Den Takt der Zeit erneut erfinden,
Wo Lieb’ und Seele Flügel schwingen,
Da wir die Hochzeit der Erinnerung finden.

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