Erinnerung der Stille: Ein Gedicht – Kraftvoll

Stil: Kraftvoll

In stiller Nacht, wo Schatten leise schleichen,
Und Mondlicht sanft auf alten Wegen ruht,
Da öffnet sich die Tür zu fernen Reichen,
Wo mehr als Worte in der Seele ruht.

Die Stille malt mit zarten, weichen Händen,
Ein Bild der Zeit auf leere, weiße Lein’n,
In Farbenspektren, die sich sanft veränden,
Und tausend Flüstern wehen in sie ein.

Erinnerung, ein flüchtig Wesen, schwebend,
Wie Nebelschleier über träges Land,
In tiefen Tiefen, unergründlich lebend,
Berührt sie sanft das Herz mit zarter Hand.

Die alten Bäume flüstern stumme Lieder,
Von Tagen, die in Fernen längst verweht,
Und Stille legt sich wie ein Mantel nieder,
Verhüllt, was einst im lauten Sturm verweht.

Ein Blatt, das sacht vom starken Aste bricht,
Erzählt von Sommern voller Blumenpracht,
Und leise tropft der Tau im Mondeslicht,
Wie Perlen, die von Engeln dargebracht.

In dieser Stille hallt das Herz, das süße,
Ein Echo dessen, was nie ganz vergeht,
Und Zeiten, die im Dunkel sich zerfließen,
Sind Wege, die das Leben sacht versteht.

Die Stille, sie vergisst uns nie, die leise,
Sie trägt die Wellen, die das Herz durchzieht,
Und flüstert uns von jedem tiefen Gleise,
Den niemand sah und der doch ewig blieb.

So wandern wir durch stille Traumgezeiten,
Geführt von Sternen, die kein Auge sah,
In jener Stille, die uns wird begleiten,
Wo Zukunft blüht und einst Vergangenes war.

Im Dämmerlicht der Stunden, ungenannt,
Verweilt die Seele, suchend, sanft und blind,
Und findet in der Stille, unerkannt,
Den Hauch des Lebens, wo wir alle sind.

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