Stil: Dramatisch
In stiller Nacht, wo Träume weben,
Da öffnet sich ein Tor so weit,
Ein Flüstern trägt mich fort, erheben
Die Geister mich zur alten Zeit.
Die Uhren rückwärts schlagend leise,
Ein Fluss aus Bildern, klar und rein,
Vergangenheit in bunter Reise,
Ein Märchen aus Erinnern sein.
Ich schreite durch des Kaisers Hallen,
Wo Kronen prangen, Zepter glühn,
Die Stimmen hier im Flüstern fallen,
Von Ränken, die im Schatten blühn.
Im Dorf am rauschend Silberbache,
Wo Mühlen schnurren, Vögel schrein,
Da tanzt das Leben ohne Wache,
Und Frohsinn bleibt im Spiele klein.
Zu Rittern reitend durch die Wälder,
Wo mutig Herz und Klinge wacht,
In Nebeln schweifen alte Felder,
Wo Ehre stets das Schwert entfacht.
Doch nicht nur Glanz in Fernen blitzt,
Auch Leid und Schmerz im Schatten lauern,
Das Rad der Zeit hat nie gespitzt,
Die Freude oft im Weh verhauern.
Die Tränen, die aus Augen rannen,
Die Hoffnung, die wie Funken glüht,
Von Liebe, die nicht mehr kann bannen,
Der Zeiten Lied in Winden blüht.
So wandre ich durch Raumes Weiten,
Und greif nach dem, was nicht mehr hält,
Die Zeit in ewigem Begleiten,
Mit Schattenhauch die Welt erhellt.
Ein Seufzen in der dunklen Stille,
Die Reise endet, Licht verweht,
Doch bleibt das Herz, das Ruhe fülle,
In dem die alte Zeit noch lebt.