Im Herzen des stillen Waldes – Spirituell

Stil: Spirituell

In eines Waldes tiefem Schoß,
Wo Schatten sanft und alt,
Läuft ein Fluss aus süßer Ruh,
Ein Ort, der nie verweht und kalt.

Das Blätterdach ein stiller Traum,
Zart getränkt in Morgentau,
Lässt Sonnenlicht in gold’nen Flocken
Tanzend auf den Waldesgrau.

Die Tannen stehn wie Wächterschar,
Im Mantel dunkler Pracht,
Sie flüstern leis mit jedem Wind,
Als wär’s ein Lied der Nacht.

Ein Bach, ein stilles Silberband,
Schlängelt sich durch Moos und Stein,
Und wischt die Trauer aus der Welt
Mit Liedern, zart und rein.

Ein Reh tritt leise aus dem Dickicht,
Wie ein Geist, der nur verweilt,
Auf taufrischem Gras gepolstert still
Die Zeit sich endlos teilt.

Des Waldes Atem hebt und senkt,
In tiefem Frieden, unbeirrt,
Mit jedem Herzschlag, den er schenkt,
Wird auch der Seele Ruh‘ beschert.

Das Zwitschern ferner Vögel klingt,
Wie Glöckchenklang aus lichten Sphären,
Ein Echo, das den Himmel bringt,
Den Geist zu heben, zu verklären.

Und über all dem thront der Himmel,
In einem Meer aus Azurblau,
Wo Wolken langsam, träumend ziehen,
Wie Wellen sanft im Fluss der Schau.

So still der Wald, so tief und weit,
Ein Refugium der Seelenrast,
Ein Hort der alten, heil’gen Zeit,
Wo Stille spricht und ewig fasst.

In dieser Stille webt die Zeit
Ein feines Band, aus Klang gemacht,
Das leise jeden, der hier weilt,
In zarte Träume sacht umnacht.

So schreit‘ ich still durch Waldespracht,
Ein Suchender in grünem Hall,
Wo jedes Blatt und jeder Ast
Ein Wort der Stille widerhallt.

Im Herzen des stillen Waldes ruht
Die Weisheit, die kein Wissen kennt,
Ein heil’ger Ort, der ungestört
Die Seele sanft, wie Lieder, nennt.

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