Stille der Jahreszeiten – Bildhaft

Stil: Bildhaft

#### Frühlingserwachen

In sanften Schatten grauer Bäume,
Schläft die Erde, kaum erwacht,
Ein Flüstern weckt sie aus dem Träume,
Wo Stille noch im Winterschacht.

Zarte Knospen, frisch entfaltend,
Vögel singen, leise sacht,
Doch bleibt die Luft, in Grün verweilend,
Von ruhiger, friedvoller Pracht.

#### Sommerglanz

Im Meer aus Licht und warmer Farben,
Flirrt die Luft in stiller Gier,
Die Seele sucht, was unvergaben,
Im Hauche Sommerstille hier.

Blau der Himmel, weit und offen,
Die Wellen rauschen, fern und nah,
In der Hitze ein Hoffen,
Friedlich schweigt der laute Tag.

#### Herbstmelancholie

Ein Herbstblatt sinkt, ganz sacht getragen,
Vom leisen Wind zur Erde schwer,
In gold’ner Ruh’, die ohne Fragen,
Hüllt Stille ringsumher.

Nebelschleier, kühl verhangen,
Verblassen Farben, die einst klar,
Zurück bleibt nur, ein leises Drängen,
Das Schweigen wird zum Leitestar.

#### Winterruhe

Kristall’ne Flocken, sanftes Fallen,
Decken still das Land mit Weiß,
Und in der Kälte, einem Hallen,
Verstummen Stimmen, so leis’.

Eisge Atemzüge zeugen,
Von der Ruhe tief und klar,
Die Welt scheint sich in sich zu neigen,
Zuletzt in Stille offenbar.

In der Stille, so verwoben,
Liegt die Zeit in sanftem Takt,
Die Jahreszeiten sind erhoben,
Im leisen, nie vergeh’nden Pakt.

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