Stil: Klassisch
In stiller Nacht, wenn Sternenklagen weichen,
Da lauscht die Erde ihrem letzten Ton,
Verklungen sind die Lieder, die uns reichten,
Die Zeit verstummt, und alles Treiben schon.
Die Bäume stehn, doch welken ihre Blätter,
Ein bleicher Mond bescheint des Lebens Rest,
Die Winde schweigen, kühler wird das Wetter,
Kein Laut dringt mehr hervor aus diesem Nest.
Wogen der Trauer schwappen über’s Land,
Das Gras zerbricht, die Blumen weinen leise,
Doch keine Stimme, die den Ruf verstand,
Ein jeder folgt der eigenen Totenreise.
Gebirge sinken, Flüsse werden leer,
Der Horizont verschwimmt im Nebelschleier,
Die Welt, ein Schattenreich, so kalt und schwer,
Der letzte Funke stirbt im Aschenfeuer.
Doch in der Finsternis ein stummes Hoffen,
Ein Flüstern, kaum vernehmbar, zart und klar,
Vielleicht sind alte Träume längst verschlossen,
Doch ihre Glut bleibt ewig wunderbar.
Die Erde dreht sich weiter, selbst im Schweigen,
Ein neuer Morgen schenkt uns neues Sein,
Im Tod der Welt liegt Leben, das sich neigen
Wird zu dem Licht, das bricht in Dunkel ein.