Verblasste Erinnerungen – Ruhig

Stil: Ruhig

In stiller Nacht, wo Schatten leise weben,
Wo Mondlicht flüstert, sanft und kaum zu seh’n,
Schreitet das Herz auf längst vertrochnen Wegen,
Die einst im Glanz der Freundschaft mochten steh’n.

Die Bäume raunen von gemeinsamen Stunden,
Als unser Lachen durch die Lüfte schwebt’,
Nun sind die Stimmen in der Stille verschwunden,
Wie ein verlorener, vergessener Gebet’.

Wir wandelten durch grüne, blühende Auen,
Wirklichkeitsfern und sorgenlos vereint,
Doch jetzt, in Nebel gehüllt, kann ich kaum noch schauen,
Den Weg, den uns’re Herzen einst gemeint.

Erinnerst du dich an jene Sommertage,
Als die Sonne golden unser Antlitz küsst’?
Doch nun, im Winter, bleibt mir nur die Frage,
Warum uns die Zeit so unbarmherzig entriss.

Wie Meereswellen an entfernten Küsten,
Die sich verlieren im endlosen Raum,
So treiben wir, wenn auch die Herzen wüssten,
Verlieren sich im zeitvergessenen Traum.

Durch welke Blätter weht ein sanftes Klagen,
Der Wind erzählt von längst verborgnem Leid,
Erinnerungen, die im Herzen nagen,
Und Trauer, die uns trennt, trotz alledem verbleibt.

Doch manchmal, wenn der Abend uns umarmet
Und Sterne blinken, fern und doch so klar,
Spür’ ich ein Sehnen, das mein Herz erwärmet,
Nach deiner Nähe, die mir einst so nah war.

Vielleicht wird irgendwann die Zeit uns lehren,
Dass Freundschaft, die verloren, nie vergeht,
Wie Rosen, die im Frühling sanft entbehren,
Doch ihre Blüten bald aufs Neue steht.

Und bis dahin, in einsamen Stunden,
Halt’ ich die Hoffnung wie einen kostbaren Schatz,
Dass wir auf neuen Pfaden wiederfinden,
Was einst zerbrach, in einem Augenblick der Hatz.

So wand’re ich durch Nächte voller Fragen,
Von Echos der Vergangenheit gewiegt,
In der Hoffnung, dass uns Liebe wird tragen,
Zurück zu dem, was in der Seele blieb.

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