Verlorene Jahreszeiten – Melancholisch

Stil: Melancholisch

In einem Land, wo Schatten heimlich wandern,
Versteckte Pfade, flüsternd vom Vergehen,
Wo Blätter in den Winden sanft erlahmen,
Dort sehnen sich die Zeiten nach Verstehen.

Der Frühling, einst ein Fest aus Blütenträumen,
War blasser nun, als ob das Licht zerbrach.
Die Knospen, die in Farben bunt zu schäumen,
Erblühten kaum, und karg blieb mancher Bach.

Der Sommer, sonst ein Meer aus goldnen Tagen,
Lag still in weichen Wolkenschatten nun.
Die Sonnenstrahlen, lustlos ohne Klagen,
Verblassten sanft, als wollten sie nichts tun.

Der Herbst, ein Maler einst mit feurigen Wogen,
Verlor die Pracht, die Wälder blieben fahl.
Die Blätter, mutlos, sind nicht fortgezogen,
Nur regenloser Wind im Nebeltal.

Und selbst der Winter, Herr aus Schnee und Schweigen,
Vergaß sein kaltes, hartes Königsreich.
Vom Frost befreit, schien’s ihm nicht mehr zu eigen,
Und seine Winde, mild und farbengleich.

Wo sind sie hin, die leuchtend bunten Zeiten,
Die uns entzückten, fern von Zeit und Raum?
Verblasst sind ihre strahlend klaren Weiten,
Verweht ihr Bild, wie ein vergessner Traum.

Doch tief im Herzen spürt man alte Lieder,
Ein Echo, das die Seele still berührt.
Und mit dem Winde kehren sie uns wieder,
Die Jahreszeiten, die das Herz entführt.

Vielleicht sind sie verborgen, nie verloren,
Erwachen neu im Innern unsrer Welt.
Ein Neuland, aus dem Gleichklang neu geboren,
Wo sich die Zeit in neuen Farben stellt.

So mögen wir in uns’rem Sein erwandern,
Die Pfade, die zu alten Träumen gehn.
In einem Land, wo Schatten heimlich wandern,
Erblüht die Hoffnung: Dinglich zu verstehen.

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