Wasserfall der Seele – Nachdenklich

Stil: Nachdenklich

Im stillen Herz der Täler tief verborgen,
Wo Flüstern von den Winden trägt die Nacht,
Erhebt sich jäh ein Wasserfall, geborgen,
Ein Spiegel jener Träume, die entfacht.

Sein Quell entspringt im Schoß der alten Erde,
Wo Wurzeln längst verklungener Zeiten ruh’n,
Ein Strom aus Sehnsucht, der den Durst verwehrte,
Mit einem Lied, das Seelen kann erspäh’n und tun.

Er stürzt herab mit silbrig‘ Flügelrauschen,
Durch sanfte Nebel schimmert Mondengold,
Und Geister der Erinnerung lauschen,
Wenn er der Weisheit’s Wort zu Ohren rollt.

Ein Tuch aus Diamanten fließt der Kaskade,
In Tropfen tanzt der Geist des ew’gen Flugs,
Und jede Perle birgt die Freiheit, Gnade,
Im Wogen sich des Lebens warmer Trug.

Die Fluten tauchen schimmernd in das Dunkel,
Ein Samtteppich aus tiefem Weltenmeer,
Wo Licht und Schatten in einander funkeln,
Ein Endlosspiel, des Himmels Wiedernäher.

Am Grund, verborgen von der Gischt und Blüte,
Da find’t die Seele, was sie ewig sucht,
Ein Land der Stille, frei von Hader und Gemüte,
Wo Ruh’ und Frieden über allem wucht.

Die Wasserfälle, Zeugen uns’rer Reise,
Ein Pfad durch Wirren, Zweifel, Mut und Schmerz,
Erzählen stumm auf ihre eig’ne Weise
Vom Fluss, der Sehnsucht, Hoffnung, auch dem Herz.

Oh, lausche, Seele, deinem eignen Rauschen,
Lass dich hinab ins Flüstern stiller Nacht,
Wo Lieb‘ und Leid in sanfte Träume tauschen,
Ein Strom des Ich, der ewig Lebensmacht.

So steigt er auf, der Wasserfall der Seelen,
Ein Lied aus Strömen, tief im Innern klar,
Lässt uns im Ozean des Lebens wählen,
Wo Frieden liegt, dem Herzen offenbar.

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